Die Ansprache der Klára Samková bei dem Staatsbesuch der Kanzlerin Angela Merkel im Prag, 25. August 2016

Liebe Freunde,

die heutige Veranstaltung wurde mit dem Ziel organisiert, um unsere Unstimmigkeit mit der Politik der Frau Angela Merkel, der bisherigen Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, zu äußern.

Diese Politikerin ist zu Besuch in der Tschechischen Republik mit der Absicht eines Verhandelns von einem unklaren Inhalt, über dessen konkreten Punkten die Media bis jetzt nicht geschafft hatte, uns etwas mitzuteilen, beziehungsweise sehr gegensätzliche Nachrichten gebracht hatte.

Frau Merkel ist auf die Einladung der Regierung der Tschechischen Republik angekommen. Es ist zu beachten, dass wir mit den Einladungen der ausländischen Staatsmännernn keine guten Erfahrungen haben, insbesondere wenn diese im Monat August stattfinden. Dieses Datum an sich weckt bei unserem Volk Achtsamkeit. Ich glaube, wir könnten uns darüber einigen, dass Frau Merkel in Betracht der internationalen politischen Lage zwar von der tschechischen Regierung jedoch sicher nicht von dem tschechischen Volk eingeladen wird.

Warum der Besuch von Frau Merkel beim tschechischen Volk den Widerstand weckt? Versuchen wir diese Frage der Frau Merkel zu beantworten.

Die Tschechen und die Deutschen tragen einen wesentlichen Teil der gemeinsamen Geschichte. Die Tschechen betrachteten die Deutschen immer als ein Element, das sie als bedrohend wahrnahmen. Bereits seit der Zeit des tschechischen Fürsten des Heiligen Wenzels waren Bestandteile der tschechischen Geschichte Überlegungen, auf welchem Prinzip mit den Deutschen umzugehen. Ob die Silberruten und Ochsen zu zahlen oder einen offenen Kriegskonflikt zu leisten. Konflikte gab es Unmengen: von Brandenburgern in Böhmen und deren Plündern bis zur 1968 Okkupation durch die Warschauerpaktarmee mit der Deutschen Demokratischen Republik als Mitglied des Paktes. Reden wir uns nicht ein: vom Schicksal der Lausitzer Serben und Elbslawen, die von germanischen Stämmen aus der Landkarte endgültig gestrichen worden sind, hat uns unsere geographische Lage geschützt – nämlich der Böhmerwald im Südwesten und düsteres Erzgebirge im Nordwesten. Hätte es nicht sie gegeben, bin ich davon überzeugt, dass die Tschechen als die westlichst gelegene Gruppe der slawischen Besiedlung auch nicht mehr existierten.

Die Frage der Beziehungen zwischen Deutschen und Tschechen kann als eine der Schlüsselfragen betrachtet werden, die sich durch unsere gemeinsame Geschichte windet. Die gewisse zurückhaltende Stellug der Tschechen den Deutschen gegenüber wird nicht nur durch den tausendjährigen Druck seitens des Territotriums gegeben, das Deutschland heutzutage umfassst, sondern hängt selbstverständlich auch mit der Tatsache zusammen, dass die Staatsform, in die die Länder der Böhmischen Krone eingegliedert worden sind, eine deutschsprachige Form war. Der Widerstand gegen Alles, was deutsch ist , ist bei uns daher mit der Geschichte erstens des Römischen Heiligen Reiches Deutscher Nation und anschließend der gemeinsamen Österreich-Ungarn Monarchie verbunden.

Zum Höhepunkt des beidseitigen Konfliktes wurde volksverräterische Tätigkeit von Konrad Henlein und dessen Sudetendeutschen Partei mitten in der demokratischen Tschechoslowakei, die nachfolgende Okkupation unseres Landes von den deutschen Nazisten und widerliche Grausamkeiten, die das Naziregime an dem tschechischen Volk begangen hat.

In Folge dessen haben die Tschechen nach dem Zweiten Weltkrieg mit der gewaltsamen Abschiebung der Deutschen aus ihrem Gebiet begonnen, wodurch sie ihren hundertjährigen Traum erfüllt haben, nämlich den Traum über ein Land ohne Deutschen. Der Vollständigkeit halber muß man zugeben, dass die Weise, wie diese Abschiebung der Deutschen aus dem Territorium der heutigen Tschechischen Republik durchgeführt wurde, mit einer ganzen Reihe von Exzessen, Straftaten seitens der tschechischen Bevölkerung sogar von nicht rechtfertigbaren Bluttaten und beklagenswerten Selbstmorde der gesamten deutschen Familien begleitet wurde. Kurz gesagt die Abschiebung der Deutschen aus Böhmen und Mähren ist bestimmt Nichts, worauf das tschechische Volk stolz sein sollte.

Eine völlig neue Geschichte der tschechisch-deutschen Beziehungen begann nach 1989 geschrieben zu werden, wo demokratische Staaten auf beiden Seiten entstanden sind. Die beiden Staaten machten riesige intelektuelle Anstrengungen, um beiderseitige Beziehungen zu verbessern, die durch tausend Jahre dauernde Kriegskonflikte, Scharmützel, Verbrechen und weitere unschöne Ereignisse geprägt wurden. Es wurde der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds gegründet, der fast 9000 gemeinsame Projekte verwirklicht hat mit dem Ziel beiderseitiges Verständnis zwischen Tschechen und Deutschen zu unterstützen. Zehntausende von Tschechen sowohl auch Deutschen widmeten ihre intelektuellen Anstrengungen, ihre Zeit, ihre Mittel, um die beiderseitigen Beziehungen zu verbessern, um Freundschaften wieder aufzubauen und sich mit Schrammen des Schicksals abzufinden, die die beiden Nationen während deren Zusammenlebens davongetragen hatten. Als gebürtige Brünnerin bin ich stolz darauf, dass bereits der zehnte Marsch auf den Spuren der vertriebenenen deutschsprachigen Brünner Anwohner – als Versöhnungsmarsch bekannt – verwirklicht wurde.

Ich bin stolz auf jedes an der gemeinsamen Grenze gebautes Kreuz und auf jeden durch die Zusammenarbeit entstandenen Grenzlandweg, auf weitere vor allem kulturelle tschechisch-deutsche Veranstaltungen, die in den vergangenen 25 Jahren mit Unterstützung und großem Verständnis der tschechischen sowohl auch deutschen Öffentllichkeit erfolgreich stattgefunden hatten.

Und jetzt, liebe Freunde…WAS.

Heute kommt die Kanzlerin Deutschlands an, die Kanzlerin des Landes, das für uns über tausend Jahre Bedrohung geheißen hat, und alles, was wir gemeinsam mit den Deutschen, gemeinsam mit dem deutschen Volk gebaut hatten, niederschmettert! Und weswegen? Wegen der sogenannten Flüchtlinge, wegen Migranten, deren Wirken in Europa für Nichts anderes als für eine weitere Okkupation gehalten werden kann! Kurz und gut: Frau Merkel hat die über 25 Jahre gebaute tschechisch-deutsche Zusammenarbeit verraten und wieder die Tschechen bewogen, sich vor den Deutschen und deren Politik zu fürchten!

Alle hier Anwesenden stimmen mit der deutschen Kanzlerin nicht überein aufgrund ihrer völlig unfassbaren Politik, was die Migranten aus Afrika und Nahost angeht, aufgrund der Tatsache, dass sie nach Europa den Islam geschleppt hat, wogegen sich unsere Vorfahren tausend Jahre auch erfolgreich gewehrt hatten.

Doch ich halte die deutsche Kanzlerin für Etwas noch schlimmeres als eine schlechte Politikerin. Ich halte sie für eine Verräterin ihres eigenen Volkes, für eine Verräterin der demokratisch denkenden Deutschen. Ich halte sie für eine Verräterin des tschechischen Volkes und für eine Verräterin aller Menschen, die an einer tschechisch-deutschen Annäherung auf demokratischen und freundschaftlichen Prinzipien partizipiert und danach gestrebt hatten. All das hat Frau Merkel niederschmettert und wir sollen jetzt zuschauen, wie sie sgt. „auf die Einladung der tschechischen Regierung“ unser Land mit diesmal nicht schwarzen Uniformen mit Totenkopf-Abzeichen sondern mit Kaftenen und Burkas zu okkupieren vorhat.

Schon einmal wählten die Deutschen bei der demokratischen Wahl falsch, als sie Adolf Hitler zum Kanzler gewählt hatten. Büßen musste das ganze Europa, die Tschechen nicht ausgenommen, und letztendlich auch die Deutchen selbst. Jetzt wählten die Deutschen falsch zum zweitenmal, und zwar Frau Angela Merkel – und wieder sollte ganz Europa büßen???

Nein. Zum zweitenmal nicht mehr. Zum zweitenmal kein München, keine Hilfe der brüderlichen Armeen. Die Zeit, Frau Merkel, hat sich verändert. Tschechen sind keine Schafeherde. Die sogenannte unserige Regierung kann Sie eingeladen haben – doch wir, das tschechische Volk, stimmen mit Ihnen nicht überein und wir wollen auch nicht Ihre Politik. Wir werden uns gegen Sie wehren und wir werden uns erwehren. Auch wenn es Opfer kosten sollte. Da wir, Frau Kanzlerin, Frau Verräterin, wissen das, was Sie schon längst vergessen hatten –ob Sie das überhaupt mal gewußt hätten. Nämlich, dass das Leben ist nicht am wichtigsten. Das Leben in der Unfreiheit ist Dahinvegetieren. Am wichtigsten ist die Freiheit. Daran erinnern wir Sie heute und rufen alle demokratisch europäisch denkenden Deutschen auf, dass sie Sie daran auch bei ihnen zu Hause ausdrücklich erinnern.

Es lebe die Tschechische Republik und es lebe Deutschland – ohne Angela Merkel und ihr Ähnlichen!

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